„KLASSIK IM KRIEG“ – Wie umgehen mit Tschaikowski und Currentzis? KW#18

Shownotes

Wir treten einen Schritt zurück und sortieren die Dinge: Mit der ukrainischen Geigerin Vira Zhuk diskutiert Axel Brüggemann die Situation der klassischen Musik im Krieg. Soll man Tschaikowski spielen oder nicht? Wie groß ist der Einfluss russischer Propaganda in der Kultur? Welche Zukunftsperspektiven gibt es? Außerdem geht es um das Gastspiel der Oper in Kiew am Theater in Meiningen. Warum hat Intendant Jens Neuendorf von Enzberg das Risiko auf sich genommen, eine ganze Produktion durch das Kriegsgebiet zu holen? Und warum findet Regisseur Andrey Maslakow es wichtig, ausgerechnet „Fidelio“ zu zeigen? Am Ende geht es mit Dorothea Gregor um den „Tannhäuser“ in Hamburg, um Buhrufe in der Oper und um die Frage, ob die Klassik sich gerade wirklich neu erfindet. Link zu unserer Spotify-Playlist (Brüggemanns Klassik Update bei Sporitfy) Link zu unserer Homepage: http://allesklarklassik.de

Kommentare (1)

Tom Detlef

spannende Thematik und gut kommentiert. Danke für die Klarheit und Offenheit in der Gesprächsrunde. Der Diskurs über die Zukunft der Kulturlandschaft ist ein Dauerthema und nur deshalb, weil es keine breiten Konsens über die Wichtigkeit dieser sinn- und Identitätsstiftenden Arbeit gibt. Wenn wir das Schaffen in Kunst und Kultur als Arbeit definieren braucht es eine Basis und das sind u.a. Verpflichtungen zur Kunst im öffentlichen Rum, zur Kunst am Bau, zu Projektwochen mit Künstlern in der Schule , Ausbildung, Lehre. Es braucht kostenfreien Zugang zu Museen und Ausstellungen, Theater muss bis zum 16. Lebensjahr kostenfrei zu besuchen sein. Jeder Lehrer hat Kunstprojekte seinen Schülern anzubieten. Und eine regionales Netzwerk braucht hauptamtlich Mitarbeiter für die Vermittlung von Kontakten, Initiativen. Sport und Kultur- da ist in unserem Land das große Zauberwort " Sponsoren" immer vorn angestellt. Warum ist das so ? Geld für die Zukunft unseres Landes kommt auch von privater Hand- jedoch ist eine Gesellschaft die Motor und gibt die Richtung an. Geld kann über eine Kulturabgabe ( Stichwort Salzsteuer) zu den Vereinen kommen - ohne die jährliche Antragsflut.... Als Kulturschaffender fasse ich mich oft an den Kopf über diese Verteilungsweg. Vereine betteln um 500,- für neue Fussbälle, Theater streiten um 1-2 Mill. mehr für den Jahresetat und produzieren im freien "Kunstraum" ohne Not. Hier ist etwa in Schieflache geraten. Diplomierte Menschen sitzen und Ministerien und denken. Es gibt kein Studium zum Thema Zukunft Bildungswesen ! Wo bleibt das Kulturland ohne die Bildung ? Wir haben in Deutschland eine gute Kunst - und Kulturlandschaft und partizipien dabei aus den "goldenen" Zeiten der 70iger und 80iger Jahren. In den 90iger Jahren hat der Osten des Landes einen soliden Eintrag ins Kulturbuch gebracht. Im westlichen Teil schrumpfte das Potenzial auf "Leuchttürme". Nun sind wir 2022 und klammern uns an das Verbliebende. Erschreckend. Mein letzter Besuch in Gütersloh hat mir vor Augen geführt - Kunst im öffentlichen Räumen ist eine Bereicherung und Belebung der Seele. Gütersloh ist aber 50 Jahre her. Heute sehen wir Neubauten ( Gütersloher Theater) bi denen der Architekt der Künstler ist. Eine Wendeltreppe um 3,5 ° geneigt im Innenraum ist dann Kunst..... eine Vorplatz vor dem Theater bleibt ---Parkplatz--- . Da haben die Entscheidet nicht die richtige Schulbildung erhalten. Sie lesen und merken - es ist ein fast unendliches Thema und ohne Öffentlichkeit bleibt es leider auch unterbelichtet - Ich frage mich nur, warum ? Das Bild von eine zukünftigen Gesellschaft sollten politische Entscheidungsträger malen wollen oder sich von Philosophen malen lassen. Bisher leben wir in Besitzstandswahrung. Klassenerhalt geschafft. Da war bereits Goethes Faust schon etwas weiter. Ihnen einen guten Tag und uns eine frohe Zukunft. mit Grüßen aus Thüringen

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